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Vom Weißkohl zum elsässischen Sauerkraut

Aus Weißkohl wird durch natürliche Fermentation Sauerkraut. Was einfach klingt, gehört im Elsass seit Generationen zu einer eigenen landwirtschaftlichen und handwerklichen Tradition.

Seit 2018 trägt Choucroute d’Alsace die geschützte geografische Angabe IGP. Geschützt ist dabei das fermentierte Gemüse selbst – nicht automatisch der bekannte große Teller mit Fleisch, Würsten und Kartoffeln. Choucroute d’Alsace wird roh oder bereits gekocht angeboten.

Die Produzenten des Kohls liegen überwiegend im Bas-Rhin. Von den Feldern gelangt die Ernte zu den Choucrouterien, wo der Kohl fein geschnitten, gesalzen und fermentiert wird. Wer die Route bereist, begegnet damit nicht nur einer elsässischen Spezialität, sondern auch einem Stück bis heute lebendiger Landwirtschaft.

Weißkohl auf dem Feld mit Regentropfen

Krautergersheim – Hochburg des elsässischen Sauerkrauts

Schon der Ortsname passt zum Thema. Krautergersheim gilt als Zentrum der elsässischen Sauerkrauttradition und bezeichnet sich selbst als „Capitale de la Choucroute“.

Bis heute haben hier mehrere Choucrouterien ihren Sitz. Der Verband der Choucroute d’Alsace IGP führt unter anderem Angsthelm & Fils, Meyer-Wagner, Rieffel sowie Weber René & Fils in Krautergersheim auf.

Besonders lebendig wird die Tradition im Herbst. Am letzten Septemberwochenende steht Krautergersheim beim großen Fête de la Choucroute – Sürkrütfecht ganz im Zeichen des Sauerkrauts. Das Fest gehört schon seit Jahrzehnten zur Sauerkrautstraße.

2026 findet die 51. Ausgabe am 26. und 27. September statt; am 3. Oktober folgt eine weitere Festveranstaltung. Zum Programm gehören Musik und Folklore, regionale Produkte und natürlich Choucroute.

Meistratzheim – eine Choucrouterie besuchen

Einen besonders guten Einblick in die Herstellung bekommst du im nur wenige Kilometer entfernten Meistratzheim.

In der Maison de la Choucroute – LE PIC wird das Wissen um Choucroute bereits in fünfter Generation weitergegeben. Bei einer Führung lernst du den Weg vom Kohl bis zum fertigen Sauerkraut kennen. Zum Besuch gehören ein Film, Einblicke in die Produktionsbereiche und eine Verkostung. Die Führungen werden nach vorheriger Reservierung angeboten.

Direkt vor Ort gibt es außerdem eine Boutique du Terroir. Angeboten werden unter anderem Choucroute d’Alsace IGP aus eigener Produktion sowie weitere elsässische Spezialitäten. Damit ist LE PIC nicht nur für die Sauerkrautstraße interessant, sondern auch ein schöner Tipp für alle, die regionale Produkte direkt beim Hersteller kaufen möchten.

→ Mehr zu LE PIC und dem Direktverkauf in Meistratzheim

Weitere Choucrouterien nennt der aktuelle Branchenverband unter anderem in Geispolsheim, Valff und Obenheim. Wer gezielt einkaufen oder einen Betrieb besuchen möchte, sollte sich vorher über Öffnungszeiten und Besuchsmöglichkeiten informieren – nicht jede Produktionsstätte ist automatisch frei zugänglich.

Sauerkrautfeste entlang der Route

Wer die Route de la Choucroute im Spätsommer oder Herbst besucht, kann den Ausflug gut mit einem der traditionellen Sauerkrautfeste verbinden. Die drei Feste liegen zeitlich schön hintereinander.

  • Geispolsheim

    Letzter Sonntag im August

    2026 wurde hier am 30. August bereits die 58. Fête de la Choucroute gefeiert. Neben Choucroute gehören Musik und Unterhaltung zum Fest.

  • Meistratzheim

    Zweites Septemberwochenende

    2026 findet das Fest am 13. September statt. Dazu gehören ein großer Flohmarkt entlang der Rue Principale und ein Folkloreumzug, der um 15 Uhr beginnt.

  • Krautergersheim

    Letztes Septemberwochenende

    2026 wird am 26., 27. September und 3. Oktober gefeiert. Zum Programm gehören Musik, regionale Produkte, Handwerk und ein großer Folkloreumzug.

    → Mehr zum Sauerkrautfest in Krautergersheim

Tipps für deinen Ausflug auf der Route de la Choucroute

Für einen ersten Ausflug würde ich nicht versuchen, jeden Ort der historischen Route abzufahren. Interessanter ist eine kleine Auswahl. Krautergersheim und Meistratzheim lassen sich gut miteinander verbinden. Wer eine Führung in der Maison de la Choucroute reserviert und anschließend noch einkehren möchte, kann daraus ohne Weiteres einen halben oder ganzen Ausflugstag machen.

Mit dem Auto lassen sich die Dörfer und Produzenten am einfachsten miteinander verbinden. Wer lieber mit dem Fahrrad unterwegs ist, findet mit der offiziellen Runde „Du chou à l’assiette“ eine passende Alternative. Die Tour startet in Erstein-Krafft und ist 50,3 Kilometer lang. GPX- und KML-Daten stehen beim Office de Tourisme du Grand Ried zur Verfügung.

Obernai liegt nur wenige Kilometer entfernt. Die Sauerkrautregion lässt sich deshalb gut mit einem Besuch der Stadt oder mit einem Aufenthalt an der Elsässischen Weinstraße kombinieren.

Die Route de la Choucroute zeigt eine Seite des Elsass, die neben Weinbergen und Fachwerkorten leicht übersehen wird. Gerade die Verbindung aus Landwirtschaft, traditionellen Betrieben und den Festen in den Dörfern macht sie interessant – und zeigt, wie eng das Sauerkraut bis heute mit der Region verbunden ist.


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