Gerberviertel - La Petite France - Strasbourg

Das Gerberviertel

Das Gerberviertel

Foto: Christophe Hamm - OT Strasbourg

„La Petite France“ (Kleinfrankreich), das im Westen der Altstadtinsel gelegene ehemalige Gerber- und Müllerviertel, ist mit seinen engen Gassen und Fachwerkhäusern, die sich in den Kanälen spiegeln, der malerischste Stadtteil der Straßburger Altstadt.

Der Name des Viertels geht auf das 16. Jahrhundert zurück, als dort ein Krankenhaus stand, in dem Geschlechtskrankheiten behandelt wurden, mit denen sich die Straßburger Söldner der französischen Könige in den italienischen Kriegen angesteckt hatten. Die Bewohner nannten das Viertel damals Zum Französel.

Kleinfrankreich wird von vier Kanälen durchzogen. Drei davon tragen den Namen der Mühle, die sie bis ca. 1830 mit Wasser versorgten. Der vierte Kanal diente der Schifffahrt.

Das Herz des Viertels stellt der Place Benjamin Zix dar. Dort begann der Gerbergraben, der erst im 19. Jahrhundert wieder zugeschüttet wurde. Die meisten Häuser stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und weisen in der Regel alle dieselbe Struktur auf: Aufbauend auf einem gemauerten Erdgeschoss befinden sich zwei weitere Etagen in Fachwerkbauweise. Die steilen Dächer sind zu großen Dachböden hin offen, auf denen früher das Leder getrocknet wurde. Eines der berühmtesten Häuser, das Gerberhaus, wurde 1572 erbaut.

Die gedeckten Brücken

In der Verlängerung des Gerberviertels der Petite France erstrecken sich die Gedeckten Brücken. Als ihr Dach im 18. Jhdt. verschwand, blieb der Name erhalten. Hinter ihnen erheben sich vier Wehrtürme aus dem 14. Jhdt. Diese Überreste der ehemaligen Stadtmauer waren ein Garant der Unabhängigkeit Straßburgs. Nach der Einverleibung Straßburgs in Frankreich im Jahre 1681, ließ Sébastian Vauban einen neuen Verteidigungsgürtel errichten.

Die gedeckten Brücken

Die gedeckten Brücken

Foto: Philippe de Rexel - OT Strasbourg

Das Vauban-Wehr

Nur wenige Meter von den gedeckten Brücken entfernt, wurde das Vauban-Wehr, auch Große Schleuse genannt, da bei Bedarf die Südstadt überflutet werden konnte, um 1690 von Tarade nach den Plänen des Festungsbaumeisters Vauban erbaut.

Auf dem Wehr wurde eine schöne Panoramaterrasse angelegt, von der aus man weit über die Stadt und ihre Kanäle blicken kann.

Das Vauban-Wehr

Das Vauban-Wehr

Foto: Philippe de Rexel - OT Strasbourg

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